Theologische Erwachsenenbildung im jüngeren Seniorenalter • Teil 3: FRAGESTELLUNGEN
  Theologische Erwachsenenbildung
im jüngeren Seniorenalter
 
Theologische und geragogische Aspekte im Anschluss an das Projekt "Theologie für Interessierte"

Von Gunther Seibold

II Fragestellungen
Im Folgenden soll das hier vorgestellte Projekt ThI einer theologischen und geragogischen Analyse unterzogen werden. Im Übergang dazu werden zuerst in diesem Abschnitt Fragestellungen entwickelt, die sich aus der Projektbeschreibung stellen für den Blick in die fachwissenschaftliche Literatur.

A. Theologie
1. ThI war aus einer konkreten Situation heraus entstanden. Wie kann dieses Einzelprojekt in den größeren Kontext der Erwachsenenbildungslandschaft eingeordnet werden? Auf welcher Entwicklungslinie steht ThI? Welche besonderen Chancen bietet dieser Ansatz theologischer Erwachsenenbildung?
2. ThI war methodisch von der theologischen Arbeit ausgegangen. Wie kommt theologische Erwachsenenbildung zu ihrem Thema? Welche Didaktik und welche Methoden können für diese theologische Erwachsenenbildung diskutiert werden? Welche Erfahrungen von ThI lassen sich hierzu auswerten?
3. ThI wurde als Gemeindeveranstaltung durchgeführt. Daraus ergeben sich Fragen nach der Trägerschaft. Kann theologische Erwachsenenbildung in der Gemeinde stattfinden? Wie steht es um die Rolle des Pfarrers als Veranstalter? Wie waren die Erfahrungen von ThI damit?

B. Geragogik
1. Einen ersten Fragenkreis wirft die Zielgruppe auf. Bei ThI nahmen Menschen aus dem jüngeren Seniorenalter teil. Welche Rolle spielt diese Generation in der Gesellschaft und in der Kirche? Wie hat sich ThI auf die Sozialisierung der Zielgruppe bezogen?
2. ThI war ein Angebot zur Bildung jüngerer Senioren. Welche Bildung bringen diese mit und welche Bildungsinteressen haben sie? Schließlich: Wie verhalten sich die Erfahrungen bei ThI dazu? Wie hat ThI auf spezielle Bedingungen reagiert?
3. Bei ThI wurde mit jedem Durchgang von Veränderungen berichtet. ThI reagierte damit teilweise unmittelbar auf Rückmeldungen, die das Bildungsverhalten und die physische Konstitution der Teilnehmenden zum Ausdruck brachten. Von daher stellen sich Fragen nach dem Lernen und Altern. Lassen sich die methodischen Überlegungen bei ThI von der Altenbildungsliteratur her nachvollziehen?
4. ThI entwickelte sich besonders stark im didaktischen Bereich. Vom »Vortragen« und »Einblick geben« wurde der Schwerpunkt immer mehr zum »Erleben« und »Erzählen« verlagert. Näherhin ergeben sich damit aus der Didaktik Fragen nach geragogischen Methoden. Wie lassen sich die gegenwärtigen Trends in der Geragogik mit ThI verbinden?
5. ThI fand einmal in größerem und dann in kleinerem Kreis statt. Einmal hatte die Gruppe acht Wochen Zeit, ein anderes Mal nur drei. Damit sind soziale Aspekte der Bildungsarbeit angesprochen. Welche Rolle spielt die soziale Komponente in geragogischer Bildungsarbeit? Welche Bedeutung hat die Gruppe in der Altenbildung? Welche Beobachtungen konnten dazu bei ThI gemacht werden?
6. ThI hatte Themen zum Inhalt, die sehr theologisch klangen. Vor dem dritten Durchgang wurde erwogen, ob nicht mehr Lebensnähe anzustreben wäre. Welche für eine theologische Bildungsarbeit relevanten Themen werden in der geragogischen Diskussion vorgeschlagen? Wie verhalten sich die Themen bei ThI mit ihrer Umsetzung dazu?
7. Welche Perspektiven ergeben sich damit für die religiöse und theologische Altenbildungsarbeit?
 
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Teil 4: THEOLOGISCHE ANALYSE

Teil 1: Einleitung
Teil 2: Beschreibung Projekt
Teil 5: Geragogische Analyse
Teil 6: Schluss
Teil 9: Literaturverzeichnis
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Stand: 20.06.2000